Interview mit der neuen kommissarischen Schriftführerin Corinna Sieger (geb. Pfeiffer) und dem 2. Vorsitzenden Volker Theisinger

Corinna Sieger
SGO-Presse: Corinna, wie ist es gekommen, dass du bei der SGO einsteigst?
CS: Eigentlich hatte ich schon länger mit dem Gedanken gespielt mich in dieser Richtung zu engagieren, denn ich finde, dass es grundsätzlich eine lohnenswerte Sache ist, gemeinnützige Verein zu unterstützen. Gerade wer Kinder hat, weiß was hier geleistet wird und wie wertvoll das für die Entwicklung der Kids ist.
SGO-Presse: Also bist du auf die SGO-Verantwortlichen zugegangen?
CS: (schüttelt den Kopf) Nein, deswegen vorhin das „eigentlich“. Irgendwie hat man ja dann doch die Unsicherheit, ob man wirklich die Kapazitäten hat, sich zu engagieren. Der letzte Mut zum „ich-mach-das-jetzt-einfach-mal“ fehlte noch. Im Endeffekt war es jetzt Zufall, dass ich auf der Kappensitzung mit unserem 2. Vorsitzenden Volker Theisinger ins Gespräch kam und über „alte Zeiten“ bei der SGO geplaudert hab. Ich denke, dass mir da nochmal bewusst geworden ist, wieviel mir die SGO in meiner Kindheit gegeben hat. Und da habe ich spontan zugesagt, einmal näher zu sprechen.
VT: Ich glaube übrigens, das ist eine ganz typische Geschichte. Es gibt viele, die „eigentlich“ was machen würden. Aber dann hat man halt immer noch im Hinterkopf, ob das von der Zeit her passt, die Verantwortung nicht zu groß ist, man überhaupt gewollt wird. Im Ergebnis liest man dann die zahlreichen Auf- und Hilferufe des Vereins und wird trotzdem nicht aktiv. Obwohl man „eigentlich“ gesprächsbereit wäre.
SGO-Presse: Sind all diese Befürchtungen denn berechtigt?
VT: (denkt kurz nach) Gute Frage. Nun, natürlich haben solche Befürchtungen ihre Berechtigung, weil ich total verstehen kann, dass man gut überlegt, bevor man irgendwo einsteigt – schließlich trägt man Verantwortung, der man gerecht werden muss. Aber schlussendlich lösen sich die Bedenken im Normalfall schnell in Wohlgefallen auf.
SGO-Presse: Kannst du das näher erklären?
VT: Klar, seit unserem Einstieg haben Oli Baum und ich eine klare Marschroute, wir wollen die Arbeit, die natürlich vorhanden ist, auf viele Schultern verteilen. Wenn jeder einen – manchmal auch kleinen – Beitrag leistet, dann ist keiner überlastet und jeder kann das, was er macht, auch noch mit mehr Spaß und Qualität tun. Schließlich ist Vereinsarbeit ein Hobby und soll auch Spaß machen!
SGO-Presse: Und dieses „Auf-viele-Köpfe-verteilen“ gelingt so einfach?
VT: Nein, einfach ist es das natürlich nicht. Es hat wohl in erster Linie viel mit einer positiven persönlichen Beziehung, persönlicher Ansprache und einem gleichen Bild, was ein „Verein“ eigentlich sein sollte, zu tun. Was klar ist – und darum finde ich die Schilderung von Corinna so passend – es funktioniert nicht über ständige Aufrufe in WhatsApp-Gruppen oder Social Media. Da gelingt es einfach nicht jemanden zum Handeln zu bewegen. Das stellen wir an zig Stellen fest. Und wer klug ist, passt seine Methode dann an und sucht so oft es geht den persönlichen Austausch - klingt altmodisch, funktioniert aber.
SGO-Presse: Ihr könnt da also schon Erfolge verzeichnen?
VT: Ja klar, schau mal auf der neuen SGO-Homepage die Liste unserer ehrenamtlichen Mitarbeiter an – die wächst Stück für Stück. Wir haben ein Team Sportstättenmanagement zusammengestellt, wir haben den Thirsty-Friday „erfunden“ und mit einem Orgateam unterlegt, wir haben Jugendsprecher und Kindeswohlbeauftragte eingeführt, wir haben ein Presseteam etabliert und eine Mannschaft zum Betrieb des Vereinsheims aufgebaut, wir haben eine Gruppe, die sich um das Mitarbeitermanagement kümmert, aufgestellt und wir haben die Mitgliederverwaltung auf neue Beine gestellt und um das Team Kontaktpflege ergänzt. Nadins Geburtstagsgrüße - und in besonderen Fällen – kleine Präsente bekommen super gutes Feedback... (grinst)
(wieder ernst) Aber ja, das klingt alles schon gut, ist aber immer noch deutlich zu wenig und muss weiterwachsen, um die SGO zukunftssicher zu machen. Ich sage das mittlerweile sehr deutlich: Wer hier in verantwortlicher Position ist und nicht unterstützt, sondern gegenarbeitet, spielt mit der Zukunft des Vereins.

Volker Theisinger
SGO-Presse: Das bringt uns zurück zu Corinna - wie ging es in deinem Fall dann weiter. Wie ist es dem SGO-Vorstand gelungen dich endgültig zu „ködern“?
CS: (schmunzelt) Volker ist da einfach direkt drangeblieben. Direkt am Tag nach unserem Treffen auf der Kappensitzung haben wir einen Termin ausgemacht, drei Tage später saßen wir zusammen und haben uns unglaubliche drei Stunden ausgetauscht.
SGO-Presse: Du meine Güte, drei Stunden? Was habt ihr denn da alles besprochen?
CS: (lacht) Volker hat mir einfach nur die SGO vorgestellt. Und das aus einem Blickwinkel, aus dem ich den Verein noch nie gesehen habe. Natürlich kannte ich „Vorstandsarbeit“ schon etwas aus meiner Jugend. Mein Vater, Axel Pfeiffer, war ja viele Jahre Kassenwart bei der SG Orlen. Aber die Strukturen, die es im Verein schon gibt bzw. die gerade im Entstehen sind, haben mir nochmal deutlich gemacht, was für viele spannende Themen rund um einen modern aufgestellten und geführten Sportverein zu managen sind.
SGO-Presse: Wie muss ich mir das vorstellen?
CS: Volker kann das sicher besser erklären, aber ich sag mal, rund um die Vorstandsmannschaft gibt es definierte „Aufgabenfelder“, die bespielt werden müssen.
VT: Du beschreibst das schon ziemlich gut. Wir haben im vergangenen Jahr einen Aufgabenverteilplan erarbeitet, der ordnet auf der einen Seite die „Aufgabenfelder“, wie Corinna sie gut benannt hat, einem verantwortlichen Vorstandsmitglied zu. Und auf der anderen Seite werden dieselben Aufgabenfelder in Einzelpäckchen aufgeteilt oder über die Bildung von Ehrenamtlichen-Teams operativ umgesetzt. Am Ende ist so sichergestellt, dass alle in einem Verein relevanten Felder bearbeitet werden. Nicht als One-Man-Show, sondern im Team mit dem jeweils zuständigen Vorstandsmitglied.
SGO-Presse: Ist denn da alles starr vorgegeben oder können sich die Ehrenamtlichen kreativ einbringen?
VT: Grundsätzlich gilt bei uns „Wir wollen gestalten!“ und das gestehen wir auch jedem ehrenamtlichen Mitarbeiter zu. Wer gute Ideen hat und den Willen diese zur erfolgreichen Realisierung zu führen, wird bei uns hochgeschätzt und unterstützt.
SGO-Presse: Das klingt ein bisschen nach „Jeder kann machen was er will“?!
VT: (lacht) Nein, ganz so schlimm ist es auch nicht, natürlich arbeiten wir immer im Team. Jeder kann sich einbringen und wer sich reinhängt, hat viele Möglichkeiten Dinge so zu gestalten, wie er sie für passend empfindet. Aber es ist auch klar, am Ende treffen wir gemeinsam Entscheidungen und egal, ob die mal für oder gegen die eigene Meinung ausfällt, wir erwarten, dass sie dann von allen mitgetragen und umgesetzt wird. Keiner ist hier größer als der Verein, für den wir uns alle engagieren!
CS: Ist das nicht eigentlich selbstverständlich?
VT: Na ja, in der Theorie schon, in der praktischen Umsetzung hakt es noch manchmal beim ein oder anderen Player. (lacht) Aber im Ernst: Grundsätzlich funktioniert das ganz gut, lebt halt immer von der Bereitschaft der handelnden Personen „im Team zu spielen“. Aber du hast natürlich Recht, im Mannschaftssport sollte das eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein.
SGO-Presse: Corinna, welche Aufgabenfelder liegen denn nun bei dir?
CS: Aktuell sind das die Rolle des ersten Ansprechpartners für externen Schriftverkehr, kleinere organisatorische Aufgaben im Bereich der Verwaltung, die Kommunikation mit Sportverbänden bzgl. Datenmeldungen und Förderung. Dazu kommt die Organisation des Teams Mitarbeitermanagement und der Ansprechpartner für die Teams Kontaktpflege und Mitgliederverwaltung.
SGO-Presse: Ups, das kam ja wie aus der Pistole geschossen.
CS: Ja, das ist wohl der Vorteil des Aufgabenverteilplans, alles hat Struktur und ist damit auch leicht zu ordnen und zu behalten.
SGO-Presse: Volker, das klingt nach einem ziemlich entspannten Job für Corinna, oder?!
VT: (lacht) Nein, ganz so einfach machen wir es ihr nicht. Aber sie hat tatsächlich den Vorteil, dass sie einen Bereich übernehmen kann, der vom Reifegrad seiner Umsetzung schon sehr weit ist. Bedeutet, vieles ist organisiert, dokumentiert und mit guten Mitarbeitern besetzt. Trotzdem ist auch hier noch einiges zu tun. Und wir freuen uns auf Corinnas Ideen.
CS: Für mich war übrigens die Tatsache, wie sauber und gut strukturiert mir Volker mir den Verein vorstellen konnte, einer der Gründe warum ich mich schlussendlich getraut habe „ja“ zu sagen. Dieser Grad an Dokumentation und diese klaren Strukturen, egal, ob jetzt schon völlig umgesetzt oder eben noch im Entstehen, schaffen einfach das Gefühl schnell drin sein zu können. Das hat mir die Unsicherheit genommen. Und bei Oli und Volker habe ich den Eindruck gewonnen, Leute an meiner Seite zu haben, die immer helfen, wenn Hilfe gebraucht wird.
VT: Danke für die Blumen, aber genauso ist es! Da kannst du dich drauf verlassen!
SGO-Presse: Dann danke ich Euch beiden für das interessante Gespräch und wünsche dir, Corinna, viel Spaß und Erfolg bei unserer SGO!
