Fast 900 Mitglieder in rund 35 Sportgruppen treiben bei der Sportgemeinschaft Orlen jeden Tag Sport. Sie tun dies entweder in der Zugmantelhalle in Orlen oder auf dem Sportplatz am Zugmantel. Dort steht auch das Vereinsheim der SG Orlen. Und all diese Lokationen benötigen Energie. Die Kosten für diese Energie, werden der SG Orlen über die Stadt Taunusstein hälftig in Rechnung gestellt, sind, wie bei allen Privathaushalten, in den letzten Jahren ordentlich gestiegen und belaufen sich aktuell jährlich auf einen kleinen fünfstelligen Betrag. Das ist, für einen kleinen Sportverein, einer der größten Kostenpunkte in der Jahresbilanz.
Hiobsbotschaft im September 24
Im September 24 ereilte die Taunussteiner Vereine die Nachricht, dass der Faktor, über den die Energiekosten an die Vereine verrechnet werden, ab sofort um knapp 50% erhöht wird. Eine echte Hiobsbotschaft für die aktuelle Finanzplanung und auch die Planungen der Folgejahre. Vor allem, wenn man sich klar macht, dass Sportvereine keine dicken Bankkonten mit flexibel einsetzbaren Mitteln haben, sondern die Gelder, die sie im Jahr vereinnahmen im selben Jahr auch 1:1 wieder für den, in der Satzung angelegten Vereinszweck, „...die Abhaltung von geordneten Sport- und Spielübungen und die Durchführung von sportlichen Veranstaltungen...“ einsetzen. Wo also sollen Summen in dieser Größenordnung nun von heute auf morgen herkommen?
Aufgeschoben ist nicht aufgehoben
Der Aufschrei bei den Taunussteiner Vereinen war dementsprechend groß. Was zur Folge hatte, dass das Stadtparlament Ende November einem Antrag des Sozialausschusses stattgab und die avisierte Erhöhung bis Ende 2025 aussetzte. Zudem wurde ein Vereinsgipfel für die erste Jahreshälfte 2025 ankündigt, in dem ein Konsens zwischen der Stadt Taunusstein und den Vereinen bezüglich der Zukunft der Vereinsförderung erzielt werden soll. Durch diese dankenswerterweise von allen politischen Fraktionen getragene Ad-hoc-Unterstützung wurde den Vereinen erst einmal geholfen. Aber natürlich muss auch allen klar sein, dass das Problem hier nicht aufgelöst, sondern nur zeitlich nach hinten geschoben wurde. Das Thema wird kommen und auch wir als SGO werden Lösungen finden müssen – Lösungen, die vielleicht auch weh tun werden.
Vereinsfinanzierung ist schon heute harte Arbeit
Um die Situation realistisch einschätzen zu können, muss sich jeder klar werden, dass Vereine wie die SG Orlen schon heute nicht mehr alleine aus bezahlbaren Mitgliedsbeiträgen finanziert werden können. Jedes Jahr einen ausgeglichenen Haushalt aufzustellen, dabei den Bedürfnissen der einzelnen Sportabteilungen Rechnung zu tragen, die Vereinssubstanz nicht zu vernachlässigen, bestenfalls auszubauen, ist harte Arbeit. Ohne Spenden, ohne Sponsoren, ohne Veranstaltungen, die durch unsere Mitglieder gestemmt werden und ohne Fördergelder von Landessportbund, der Stadt Taunusstein und dem Rheingau-Taunus-Kreis wären wir nicht in der Lage, Sportbetrieb auf dem aktuell hohen Niveau in Orlen anzubieten. In der ohnehin schon schwierigen Lage noch Energiekostenerhöhungen in dieser Größenordnung oder die gerade bekannt gewordene Komplettaussetzung der Förderung durch den Rheingau-Taunus-Kreis stemmen zu müssen, ist eine Herkulesaufgabe.
Die SGO ist stark und hat Lösungspotential
Es bleiben mittelfristig nur drei Optionen: Perspektivisch über höhere Beiträge nachzudenken, schmerzhafte Kürzungen im Sportbetrieb vorzunehmen oder Einnahmen auf den Gebieten zu steigern, die wir beeinflussen können. Die ersten beiden Optionen sind niemandem sympathisch. Die letztgenannte ist ein Ausweg, bedarf aber eines noch engeren Zusammenstehens im Verein. Unser Potential sind Menschen, die sich in der Vereinsarbeit ehrenamtlich aktiv einbringen. Kein Fulltime-Job, einfach ein paar Stunden im Monat für die gute Sache. Und es gibt viele Facetten, wie jeder Einzelne unterstützen kann – jeder nach seinem Talent, seinen Interessen und seinen zeitlichen Möglichkeiten. Das beginnt bei der Mitarbeit im Vorstand, geht über die Unterstützung unserer festen Teams (Sponsoring, Sportstättenmanagement, Mitgliederverwaltung, Vereinsheimbetrieb, Digitalisierung, Presse, Buchhaltung, Veranstaltungsmanagement, Mitarbeitermanagement, Kontaktpflege, Fördergelder, Thirsty-Friday u.v.m.) und endet bei der einfachen Hilfe im Verkauf bei Veranstaltungen. Bei fast 900 Mitgliedern und geschätzten 600 Elternteilen, die der SGO nahestehen, sollte es möglich sein, die vorhandenen Potentiale zu heben.
„Auch du bist die SGO!“
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